Mittwoch, 24. April 2013

Die Ausstellung am 14. Februar 2013

Mitte Februar war also die Abschluss-Ausstellung. Dafür lieh ich mir einige Deko-Gegenstände von meinem Freund. Ausserdem sollten alle Absolventen je drei Plakate gestalten:
A2 Plakat für die Ausstellung
Ich hatte viel Besuch von Verwandten und Freunden. Auch Zwerg, der Schmied war da.
Der Schmied posierte mehrmals zusammen mit mir für Fotos

Ein Blick auf meinen Stand

Die Ritter-Rüstung und Schwerter waren bei den Jungs natürlich sehr beliebt:
Meine Mit-Absolventen R. und M. spielen Ritter

Ein Ritter in Jeans

Die Ausstellung war zwar sehr anstrengend, aber es war schön. Danke an alle, die mich besucht und die Arbeiten von meinen Kommilitonen und mir angeschaut haben.

Dienstag, 23. April 2013

Das Buch

Pünktlich vor der Abgabe war meine Thesis nun gedruckt. Als Cover habe ich dieses Bild gewählt:
cover
Buchcover Thesis
Es zeigt das Lager beim Dannenberg Convent.

Lagerleben
Kapitelüberschrift: Lagerleben
Die Größe der Kapitelüberschrift beträgt 198 Punkt. Die Texte hingegen "nur" 10 Punkt.

Schaukampf
Ich habe das Buch aus Zeit- und Kostengründen im Digitaldruck ausdrucken lassen. Optimal wäre jedoch der Offset-Druck, da dieser die Farben besser wiedergeben kann und ich zudem die Wahl hätte, für den Text die Sonderfarbe Grau zu wählen.
Schmied

Für die mündliche Prüfung sowie die Ausstellung am Ende des Semesters, habe ich einige der Fotos als Poster ausdrucken lassen:
Der Schmied, Din A2

Layout und Buchgestaltung

Meine Materialsammlung ist auf mehrere Gigabytes angewachsen und die Auswahl der Bilder stand nun ebenfalls größtenteils fest. Nun ging es also an die Texte und das Layout. Herr B. wollte drei verschiedene Layoutvorschläge sehen.
Layouts
Drei Layout-Beispiele für das Buch
Ich entschied mich für das mittlere Layout, um die Bilder optimal in Szene zu setzen. Die Texte passte ich etwas an. Kapitelbeschreibungen wurden zweispaltig und im Blocksatz verfasst, Porträts im über-die-Seitenbreite-gehenden Flattersatz, und die Kapitelüberschriften gingen über die Doppelseite.
Das ist ja wie am Lagerfeuer!
Das Vorwort
Als Schriftart plante ich, einen mittelalterlichen Unziale-Font zu wählen, diese Idee jedoch verworfen, da die auffällige Schrift stark von den Fotos ablenken würde. Ich entschied mich für die Futura als Titelschrift und die Frutiger für den Inhalt.
font
Die zur Wahl stehenden Schriftarten
Die Farbe wurde, nach vielem experminentieren, Grau. Genau genommen transparentes Schwarz - 80% für Überschriften, 50% für Texte. Der Text sollte nicht von den Fotos ablenken.

Die Schwertbrüder

Ende Oktober besuchte ich die Gruppe "Orden der Schwertbrüder", junge Schaukämpfer, die jedes freie Wochenende vor dem Biebricher Schloss in Wiesbaden trainieren. Ihr Lehrer, Ingo, ist ehemaliger Sportlehrer und unterrichtete früher zwei der Mitglieder der Gruppe.
Schwertbrüder
Der Orden der Schwertbrüder
An diesem Tag lernte ich viel über die Techniken des Schaukampfes. Ich erfuhr, dass der Kampf nicht bloss dumpfes draufhauen ist, sondern bestimmten Regeln folgen sollte, um schwere Verletzungen zu verhindern.

Noch während der Motivsuche entschied ich mich für eine bestimmte Farbatmosphäre, die meine Fotos alle haben sollen. Mein Thema diesbezüglich war "coloriertes Foto": an analoge Fotografie-Zeiten angelehnte, wie angemalt wirkende Fotos. Starke Kontraste waren mein Ziel. Das oben gezeigte Foto sieht im Original wie folgt aus:
Schwertbrüder
Orden der Schwertbrüder - Originalfoto
Graustich, fahl und ausserdem an wichtigen Stellen unscharf. Das fertige Foto habe ich aus drei verschiedenen zusammengebastelt, um alle Gesichter gut sichtbar darzustellen. Meiner Meinung nach wirkt das Foto so wesentlich interessanter und spannender.
Auch andere Fotos haben eine ähnliche Behandlung erfahren. Hier und da habe ich Zelte, Zivilisten oder Autos "weggeshoppt" (entfernt/ retuschiert), denn heute gebräuchliche Elemente sollten nicht in meiner Arbeit, die immerhin von einer vergangenen Zeit handelt, vorkommen.

Montag, 22. April 2013

Musiker und Gaukler: Das Lagerleben

Auf einem der Märkte, die ich besuchte, hörte ich vom sogenannten "Dannenberg Convent", einer Veranstaltung um die Tannenburg im kleinen Städtchen Nentershausen, die Jährlich im Oktober stattfindet. Bevor ich dort hinfuhr, kontaktierte ich die Gruppe "Dorrenberger zu Suntraha", eine Gruppe, die regelmäßig bei dem Convent teilnimmt. Drei Mitglieder der Dorrenberger hatten eine Band namens "Musica Vulgaris", für mich als begeisterten Hörer mittelalterlich anmutender Musik war es ein Muss, die Herren zu fotografieren. Ausserdem traf ich das Gaukler-Duo "Aptus Ludus" und fotografierte auch die Veranstalter des Convents, die sich als Ritter und Bettler verkleidet hatten, um Besucher zu unterhalten.
Musica Vulgaris
Die Spielleute von Musica Vulgaris

Gauklerduo Aptus Ludus
Gauklerduo Aptus Ludus

Der Bettler
Der Bettler wird in die Mangel genommen (da kommt der Spruch her!!!)

Grimmige Burgwache
Grimmige Burgwächter

Küchenkampf
"Langeweile auf dem Markt? Nicht bei uns."

Rätisches Grauvieh
Tiere auf dem Lager: Rätisches Grauvieh
Ich hatte eine tolle Zeit auf dem Convent und danke hiermit der hilfsbereiten Veranstalter-Crew sowie den gastfreundlichen Dorrenbergern und ihren Familien für die tollen Tage. Auch anderen Teilnehmern möchte ich danken, die mich mit interessanten Fakten über die Szene aufgeklärt haben.

Anfang Oktober hatte ich also jede Menge Fotos und viele Infos, die ich für mein Buch verwenden konnte. Bevor ich mit dem Buch anfing, besuchte ich aber noch eine weitere Schaukampfgruppe, die jedes Wochenende im Park vor dem Biebricher Schloss zusammen mit ihrem Lehrer trainieren.

Die Schmiede Zwerg und Schneewittchen

Auf einem kleinen Markt im Städchen Bruchenbrücken traf ich einen Schmied namens "Zwerg" und seine Frau "Schneewittchen". Ich stand mehrere Minuten vor Zwergs kleiner Ein-Mann-Schmiede, bewunderte seine Arbeit und machte Fotos. Er und Schneewittchen erzählten mir sehr viel über ihre Schmiede.
Zwerg der Schmied
Zwerg feilt einen zuvor geschmiedetes Messer
Ich war derart begeistert von den Schmieden, dass ich sie auch auf dem Markt in Biebesheim, sowie dem Auerbacher Schloss bei Bensheim, ihrer Heimatstadt, besuchte, um soviel Fotomaterial wie möglich zu haben. Noch heute finde ich diese beiden toll und will sie weiterhin gerne treffen.

Das Foto oben ist eines meiner Lieblingsbilder aus der gesamten Thesis.

Das Konzept und erste Erfahrungen

"Reise ins Mittelalter - Eine Gruppe stellt sich vor". Dieses Konzept sah vor, eine ausgewählte Gruppe auf den Mittelaltermärkten zu begleiten und fotografisch zu dokumentieren. Eine befreundete Gruppe, die Wüstenwölfe, hatten ihr letztes Lager leider schon vor Beginn der Bearbeitungszeit, weshalb ich sie leider nicht begleiten konnte. Dann traf ich die Weinbergritter. Sie hatten noch einige Termine im August und September und erlaubten mir, sie während ihres nächsten Lagers zu begleiten. Dafür lieh ich mir von meinem Freund ein Zelt und einigen weiteren Lagerzubehör und ließ mir ein weinrotes Kleid nähen, um nicht als Zivilist die Lager zu stören.
Auf dem Markt in Ober-Ursel lernte ich die Weinbergritter kennen und sah ihnen beim Schaukampf zu.
Ritter beim Schaukampf
Weinbergritter kämpfen mit einer anderen Schaukampfgruppe
Jedem einzelnen Mitglied der Gruppe stellte ich folgende Fragen:
Wie heißt Du?
Wie nennst Du Dich auf dem Markt?
Was bist Du von Beruf?
Seit wann bist Du in der Szene?
Wie kamst Du auf die Idee, mitzumachen?
Hast Du Dich früher für das Mittelalter interessiert? 
Ich erfuhr viel über den Schaukampf und die Gründung der Weinbergritter. Auch erlebte ich zum ersten Mal, wie es ist, das komplette Wochenende auf einem Markt zu verbringen. Die Akkus meines Laptops und Handys wurden schnell leer, und ohne mein Skizzenbuch wäre mir dort sicher sehr schnell langweilig geworden. Als ich endlich zuhause war und richtig duschen konnte, war ich überglücklich. Trotz der vielen tollen Fotos habe ich diese drei Tage als äußerst unangenehm empfunden.

Bei der Auswertung meiner Bilder merkte ich, dass sie trotz der großen Menge nicht ausreichen, wenn ich die Mittelalterszene zeigen will. Ich hatte viel vom Schaukampf und vom Lagerleben fotografiert, aber ein Markt ist viel mehr. Daher beschloss ich, von meinem "Eine Gruppe" - Konzept abzuweichen und suchte nach weiteren interessanten Gruppen und Menschen.

Meine Bachelor Thesis: Erste Schritte

Im Sommer 2012 wurde es, nach fünf wie im Flug vergangenen Jahren, endlich Zeit für mich, mein Kommunikationsdesign Studium mit der Bachelor Thesis abzuschließen. Zuerst war die Frage, in welchem Bereich soll die Arbeit sein? Zur Auswahl standen Illustration, Fotografie und Film. In diesem Semester machte ich bei einem sehr interessantem Dokumentarfotografie Projekt mit und lernte, fremde Menschen auf der Straße anzusprechen und sie zu spontanen Fotoshootings zu überreden. Seit einigen Jahren hatte ich zudem schon ein Thema im Kopf, welches im Bereich der Modefotografie angesiedelt war. Foto sollte es also sein. Ich sprach mit unserem Foto-Prof, Herrn B. Dieser wollte von mir drei Themenvorschläge im Bereich der Fotografie sehen.
Ich entschied mich unter anderem für die Themen Cosplay und Mittelalter. Nach reiflichem Überlegen schien mir das Thema Cosplay zu breit gefächert, mit dem Mittelalter hatte ich jedoch bisher noch nicht so viele Berührungspunkte gehabt.
Mein Freund ist begeisterter Mittelalterfan, und besucht regelmässig Märkte in der Umgebung. Früher hat er auch "mitgelagert" - als Darsteller das ganze Wochenende lang auf dem Marktlager gewohnt. Seit 2011 bin ich mit ihm zusammen auf viele Märkte gegangen und hab ein reges Interesse daran entwickelt. Doch selbst zu lagern, und auch noch ein mittelalterliches Kleid zu tragen, kam für mich nicht in Frage. Dennoch fand ich das Thema faszinierend genug, um meine Thesis darüber zu machen. Herr B. gab mir sein Einverständnis und so schrieb ich mein erstes Konzept für ein Bildband.