 |
| Mein Stand bei der Bachelor Arbeiten Ausstellung "Out of the Box" |
Ich wurde im April 1986 in Weißrussland geboren, nur wenige Jahre bevor der Kommunismus offiziell beendet wurde. Meine Eltern hatten jedoch gesehen, dass auch die neue Politik des Landes nur eine weitere Form der Diktatur ist und wir Kinder keine Zukunft in diesem Land haben. So entschlossen sie sich, auszuwandern. Ich kam im Alter von 11 Jahren nach Deutschland. Es fiel mir nicht schwer, mich einzuleben, nach weniger als einem Jahr beherrschte ich die deutsche Sprache fließend und begann, auf deutsch zu denken. Meine Russischkenntnisse wurden dadurch allerdings stark verdrängt, obwohl ich in Weißrussland fünf Jahre zur Schule ging. Damals habe ich über die Geschichte des Mittelalters in Europa nicht viel gewusst und das hat sich bis nach der Schule auch nicht verändert, da dieses Thema nie im Geschichtsunterricht aufkam und ich auch sonst keine Berührungspunkte damit hatte. Meine Interessen drehten sich vor allem in der Pubertät um die Punkmusik der frühen 90er Jahre, japanische Comics, oder den für das Alter typischen „Teeniemädchenkram“. Auch fing ich an zu zeichnen, und entschied mich später, auf eine Fachoberschule für Kunst und Gestaltung zu gehen. Dort lernte ich dann zum ersten Mal Mittelalterbegeisterte Mädels und Jungs kennen, die mir eine für mich bis dahin unbekannte Musikrichtung vorstellten, den Medieval Folk Rock, oder auch Mittelalter-Rock. Bands wie Schandmaul und Saltatio Mortis begeisterten mich schnell und ich bekam ein wenig Interesse an dem Thema. Meinen ersten Mittelaltermarkt, auf der Ronneburg, besuchte ich im Alter von 20 Jahren. Nach dem Schulabschluss verloren meine Freunde und ich uns leider aus den Augen. Zu der Zeit entdeckte ich auch mein Interesse an Fotografie, das ich wahrscheinlich schon seit meiner Kindheit hatte. Als ich klein war, durfte ich einmal zuschauen, wie Fotos in einer Dunkelkammer entstehen. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Während meines Kommunikationsdesign Studiums an der Hochschule RheinMain habe ich sowohl meine zeichnerischen als auch meine fotografischen und gestalterischen Kenntnisse erweitert. Mittelaltermusik hörte ich zwar weiterhin und besuchte die Konzerte meiner Lieblingsbands, war allerdings nicht mehr auf Märkten, bis ich wieder einen mittelalterbegeisterten Menschen kennenlernte, der es sich zum Ziel gemacht hat, mich für die Szene zu begeistern. Seitdem bin ich oft auf Märkte gegangen, jedoch immer in Zivilkleidung. Ich mochte es, Besucher auf Märkten zu sein, mir die Spektakel der Gaukler anzuschauen, lokalen Spielleuten beim Musizieren zuzuhören und die schöne Atmosphäre genießen. Während eines solchen Marktes habe ich die Mittelalterszene als Thema für meine Bachelor Thesis gewählt.
 |
| Selbstporträt im Mittelalterkleid |
Keine Kommentare :
Kommentar veröffentlichen